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  Ausstellung: „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“
Termin 15.01. - 14.02.10
Beginn Täglich wechselnd
Preise Eintritt frei!
Veranstalter Geschichtswerkstatt Göttingen e. V.


Ab 15. Januar 2010 wird die Ausstellung mit dem Titel „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in niedersächsischen Städten und Dörfern gezeigt. Diese Wanderausstellung dokumentiert die Lebensschicksale von angeworbenen, dienstverpflichteten oder auf gewalttätige Weise deportierten Menschen aus den besetzten europäischen Ländern, die während des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit nach Südniedersachsen gebracht wurden.

Eine Besonderheit der Ausstellung liegt in ihrer europäischen Perspektive. Die Lebensgeschichten polnischer, niederländischer und italienischer Zwangsarbeitender und die damit verbundenen allgemeineren Aspekte der Thematik werden von Wissenschaftlern aus diesen Ländern dargestellt. So greift die Ausstellung die europäische Dimension der NS-Zwangsarbeit auf, indem sie die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen multiperspektivisch erarbeitet und präsentiert: Auf der historischen Ebene kontrastieren autobiographische Dokumente und Erinnerungen ehemaliger Zwangsarbeitender die überwiegend täterperspektivischen deutschen Materialien. Auf der Gegenwartsebene spiegelt die deutliche Kennzeichnung der Autorenschaft der Ausstellungstexte die unterschiedlichen aktuellen europäischen Sichtweisen wieder und vermittelt einen Eindruck vom kooperativen Entstehungsprozess der Ausstellung. NS-Zwangsarbeit, dies verdeutlichen auch die auf stilisierten Karten nachgezeichneten Lebenswege der Porträtierten, ist ein europäisches Thema.

Die Ausstellung zeigt in 13 thematischen Stationen das Ausmaß, die Bedeutung und die Vielfältigkeit von Zwangsarbeit am regionalen Beispiel. Im Mittelpunkt stehen die Biographien ehemaliger Zwangsarbeitender aus fünf europäischen Ländern. Um den Stellenwert dieser Erfahrung im Leben der Betroffenen kenntlich zu machen, werden ihre gesamten Lebensläufe, weit über den Abschnitt der Zwangsarbeit in
Deutschland hinaus, dargestellt. Dies ermöglicht dem einheimischen, insbesondere dem jüngeren Publikum zugleich einen direkten Zugang zur Thematik. Soweit wie möglich erzählen die porträtierten Personen ihre Erfahrungen selbst. So kommen nicht nur die Opfer der nationalsozialistischen Politik selbst zu Wort und ihre Individualität und persönliche Würde wird ihnen zurückgegeben, sondern den Besuchern der Ausstellung wird zugleich auch ein persönlicher Zugang angeboten. Die historischen Akteure begleiten die Ausstellungsbesucher somit gleichsam durch die Thematik der NS-Zwangsarbeit.

Stationen der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit.
Südniedersachsen 1939-1945“

1. Prolog
2. Das Leben davor
3. Eisenbahn
4. Zwangsarbeitende aus Polen
5. Zwangsarbeitende aus den Niederlanden
6. Italienische Gefangene
7. Auf dem Bauernhof
8. In der Stadt
9. Industrie
10. Gesundheit: Versorgen und
Versorgung
11. Ein Leben in Gefahr
12. KZ-Häftlinge
13. Danach

Angehörige aller Generationen und der verschiedenen Nationen sollen direkt am Ort ihres Alltagslebens zu einer kritischen Debatte über Zwangsarbeit, Nationalsozialismus und die Erfahrung der Fremdherrschaft ermuntert werden. Ergänzt durch ein Begleitprogramm werden Jung und Alt motiviert, selbst die Spuren der NSZwangsarbeit im eigenen Wohnort zu erkunden.

Unter dem Einsatz einer Vielzahl verschiedener Präsentationsformen zielt die Ausstellung darauf ab, dass sich die Besucher und Besucherinnen unterschiedlichen Alters und Bildungsgrads interaktiv mit den Darstellungen beschäftigen. Neben Texten, Bildern und historischen Dokumenten auf transportablen Wänden zeigt die Ausstellung in Schubladen und Vitrinenfenstern mit dem Thema verbundene Objekte. In Multimediastationen werden weitere Dokumente zugänglich gemacht, vor allem
aber die autobiographischen Zeugnisse der Betroffenen präsentiert: In zahlreichen lebensgeschichtlichen Filminterviews berichten ehemalige Zwangsarbeitende von ihren Erfahrungen. Die regionale Dimension wird mittels einer interaktiven elektronischen Landkarte verdeutlicht, die den Besuchern die Recherche nach früheren Lagerstandorten ermöglicht. Foto- und Filmdokumentationen spiegeln eine weitere Facette des kooperativen Entstehungsprozesses der Ausstellung wieder: Studierende der Fachhochschule Hannover, Fakultät III Media, Information & Design, setzten sich
in einem Studienprojekt mit der Thematik auseinander und erarbeiteten u.a. das Design, die Innenarchitektur, eine Website, die multimediale Präsentation und schufen Foto- und Filmbeiträge.

Die inhaltliche Arbeit sowie die Koordination und Produktion der Ausstellung leisteten federführend die Geschichtswerkstätten Duderstadt und Göttingen in Kooperation mit der polnischen Fundacja Polsko-Niemieckie Pojednanie/ Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung, der Stichting Deportatie Oktober 1944 Noord-en Midden-Limburg aus den Niederlanden und dem italienischen Istituto di Storia
Contemporanea „Pier Amato Peretta“, Centro di Ricerca „Schiavi di Hitler“. Dies wurde von dem Europa für Bürger und Bürgerinnen Programm der Europäischen Union gefördert Weitere Projektförderer waren der Landkreis Göttingen, die Kultur und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim, die Klosterkammer Hannover, die Stiftung Niedersachsen, die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten, der Landschaftsverband Südniedersachsen e.V., die Göttinger Kulturstiftung, die Stadt Göttingen, Fachdienst Kultur und Einzelpersonen.

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 11.00-17.00 Uhr
Samstags: geschlossen
Sonntag: 14.00-17.00 Uhr
(öffentliche Führungen: 17.01./24.01./07.02./14.02.
jeweils um 15.00 Uhr
28.-31. Januar: geschlossen

Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.


 
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